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26. Oktober 2009 - Bielefeld
Dem Phänomen Linolsäure weiter auf der Spur
Internationales Symposium stellt aktuelle Forschungen vor

„Lipide und Effekte von Linolsäuren in der Haut“ lautet der Titel eines Symposiums, das am 26. September im Dr. Wolff Institut an der Stadtheider Straße in Bielefeld stattfindet. Anlass ist das 70-jährige Bestehen der Marke Linola. Die Tagung ist hochkarätig besetzt. Experten aus dem In- und Ausland nehmen daran teil, um sich über den aktuellen Stand der Forschungen auszutauschen.

Linoläure gehört zur Gruppe der essentiellen ungesättigten Fettsäuren, die in vielen Planzenölen enthalten sind. Essentiellen Fettsäuren beeinflussen unter anderem die Funktion der obersten Hautschicht. Sie schützt vor einem übermäßigen Wasserverlust, aber auch vor dem Eindringen schädlicher Substanzen wie Reizstoffe, Allergene und Mikroorganismen. Eine Ursache für die Störung der Hautbarriere kann Linolsäuremangel sein. Weil der Körper sie nicht selbst produzieren kann, führt man sie am besten von außen zu. „Lipide haben zur Aufrechterhaltung einer intakten epidermalen Barriere und damit einer gesunden Haut nach wie vor eine große aktuelle Bedeutung“, betont Prof. Dr. Dr. Erhardt Proksch, leitender Oberarzt der Universitäts-Hautklinik Kiel, der das Symposium gemeinsam mit Dr. Christoph Abels von der Dr. Wolff-Forschung leitet.

Die positive Wirkung von Linolsäure lässt sich sehr gut am Beispiel des häufig auftretenden atopischen Ekzems (Neurodermitis) erkennen. „Eine Therapie mir starken Kortikosteroiden führt nicht zur Reparatur der Barriere, während bei einer Therapie mit lipidhaltigen Emulsionen die Reparatur der Hauptbarriere unterstützt und der Schutz vor Wasserverlust verbessert wird, was wiederum zur Verhinderung eines Rückfalls wesentlich ist“, so Prof. Proksch. Altersbedingte Hautprobleme, denen mit Hilfe von Linolsäure beizukommen ist, wurden auf dem Symposium ebenfalls angesprochen. Wenn die Hautbarriere undicht geworden ist, kann die Haut die Feuchtigkeit nicht mehr zurückhalten. Die Haut versprödet. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang auch von „Austrocknung der Haut“.

Neueste Erkenntnisse in den letzten Jahren haben gezeigt, dass Linolsäure über die reine Substitution hinaus eine pharmakologische Wirkung hat. Auch das ist Thema der Tagung in Bielefeld. Zum einen kann die epidermale Barriere positiv beeinflusst werden, zum anderen sind aber auch signifikante antientzündliche Effekte gezeigt worden. Dr. Abels: „Klinische Untersuchungen stützen diese experimentellen Befunde. Die Wirkung entspricht in etwa der Wirkung freiverkäuflicher (0,25 Prozent) Hydrocortison-Präparate.“

Der Gastgeber des Symposiums, die Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel, verfügt über eine lange Erfahrungen mit Linolsäure. Die entsprechenden Präparate sind unter der Marke Linola zusammengefasst. Sie wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Die Linola-Produkte sind sehr erfolgreich, was man ebenfalls als Beleg für die besonderen Wirkungszusammenhänge bei der Linolsäure werten kann.