Pressemitteilungen
4. Februar 2008 - Bielefeld
„Allergie und Schule – was juckt mich das"
Projekt von Bürgerstiftung, Dr. Wolff, Kinderklinik Bethel und Schulamt für die Stadt Bielefeld
Viele Kinder leiden an Allergien. Gerade im schulischen Alltag leiden die Kinder unter den Auswirkungen ihrer Allergien. Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Ausgrenzungen von Mitschülern sind nur ein paar der Folgen, die von Allergien betroffene Kinder in der Schule beschäftigen. Jetzt bekommen diese Kindern Unterstützung. Die Bielefelder Bürgerstiftung, das Kinderzentrum des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld in Bethel und das Schulamt für die Stadt Bielefeld haben dazu das Projekt „Allergie und Schule – was juckt mich das“ ins Leben gerufen. Nach erfolgreicher Pilotphase in 2007 kann die Aktion nun mit Unterstützung des Bielefelder pharmazeutischen Unternehmens Dr. August Wolff ausgeweitet und gefestigt werden.
Asthma, Neurodermitis und andere allergische Erkrankungen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Man schätzt, dass aktuell etwa 10 bis 15 Prozent der Kinder in Deutschland in irgendeiner Form betroffen sind. Dieses beträchtliche Ausmaß findet sich dann auch in den Schulen wieder. Wer eine Allergie hat, muss in jungen Jahren lernen, damit zurechtzukommen. Aus Sicht der Projektbeteiligten könnte die Grundschule der Ort sein, an dem das nötige Grundlagenwissen vermittelt wird. „Allergie und Schule – was juckt mich das“ will einen entsprechenden Versuch unternehmen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.
Es möchte die Beteiligten informieren und sensibilisieren, zu mehr Toleranz im Umgang mit betroffenen Mitschülern anregen und das positive Miteinander im Klassengefüge fördern. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der dritten Jahrgangsstufe an den Grund- und Förderschulen der Stadt Bielefeld, deren Lehrerinnen und Lehrer sowie die Eltern der teilnehmenden Kinder. Im Einzelnen besteht das Projekt aus einer zweistündigen Unterrichtseinheit, Eltern-/Lehrerabenden und einer wissenschaftlichen Begleitung. An dem wissenschaftlichen Teil der Untersuchung, der unter anderem die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen überprüfen soll, arbeitet die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld mit.
Für die Unterrichtseinheiten, die von Fachleuten der Kinderklinik Bethel durchgeführt werden, existiert bereits ein erprobtes Konzept. Das Thema wird darin spielerisch behandelt. Auch Selbsterfahrung ist wichtig: Kinder, die mit zugehaltener Nase zwei Minuten durch einen Strohhalm atmen, bekommen eine Vorstellung davon, was Asthmatiker mitunter durchleiden. Und wer sich einmal mit einer stark fetthaltigen Creme die Hände eingerieben hat, wird künftig die Schwierigkeiten eines an Neurodermitis erkrankten Mitschülers zum Beispiel beim Malen nachvollziehen können.
Das Projekt „Allergie und Schule – was juckt mich das“ ist zunächst für die Dauer von drei Schuljahren angesetzt. Die Bielefelder Bürgerstiftung kümmert sich um die organisatorische Abwicklung. Die Kinderklinik Bethel sorgt für die Projektdurchführung. Das Schulamt für die Stadt Bielefeld wirbt für die Teilnahme der Schulen. Die Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel übernimmt die Finanzierung in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr, bringt ihr Know-how ein und stellt Schulungsräume zur Verfügung.
Weitere Informationen:
Projektleitung „Allergie und Schule – was juckt mich das?“
Katharina Hagemeister
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin /
Allergologie in Bethel (EvKB)
Tel. 0521 – 77 27 81 01
- Download Text in PDF.-Format [11,4 KB]